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Herzblut hält die Travemünder Woche am Laufen

28.07.2016 19:47

Die 300 ehrenamtlichen Helfer feierten ihr Fest auf der "Passat", ein Dankeschön für ihren Einsatz. Foto segel-bilder.de

Sicher vertäut liegt die Viermastbark „Passat“ auf der Ostseite der Trave. Und das ist auch gut so. Denn hätte sie am Mittwochabend die Leinen gelöst und wäre auf die Ostsee ausgelaufen, hätte die Travemünder Woche heute Sendepause: Ihre rund 300 ehrenamtlichen Helfer feierten am Mittwochabend, traditionell zum Bergfest, an Bord ihren Einsatz – ohne den die Regatta- und Festivalwoche schlicht undenkbar wäre.

Mit Handschlag wurden alle Ehrenamtler begrüßt, die über die Gangway an Bord kamen: von Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe, Andrea Varner-Tümmler und Michael Tümmler für den Vorstand des Lübecker Yacht-Clubs, dem Hauptveranstalter der Travemünder Woche. „Danke an all diejenigen, die das schon seit Jahren machen, und Danke an alle jungen, die ihre Freizeit hier einbringen“, sagte Saxe. „Wo sonst trifft man so viele Menschen, die ehrenamtlich helfen. Die Travemünder Woche ist die wichtigste Veranstaltung in Lübecks Kalender und funktioniert nur durch euch.“ Dass in den Minuten dieser Worte Regentropfen die Ehrenamtler unter die gespannte Plane schickten, griff Andrea Varner-Tümmler in ihren Dankesworten, die sie stellvertretend für den Lübecker Yacht Club und die Travemünder Woche GmbH aussprach, spontan auf: „Das lässt uns nur noch enger zusammenrücken. Danke, dass ihr uns unterstützt!“

Ausgerichtet wurde der nun schon 18. Helferabend der Travemünder Woche einmal mehr von der Firma Bockholdt, einem norddeutschlandweit tätigen, dem Segelsport verbundenen Spezialdienstleister für Gebäudereinigung. Dazu gesellte sich in diesem Jahr auch das Team vom SAP Media Race Course. SAP hat sein Dankeschön an seine Mitarbeiter in den Helferabend integriert und sich an der Ausrichtung des Festes beteiligt.

Für viele der ehrenamtlichen Helfer auf rund einem Dutzend Stationen an Land und auf See, die oft Monate im Vorfeld mit der Vorbereitung ihres Einsatzes beginnen, gehört der gemeinsame Abend zur TW wie ihr rotes Marinepool-Shirt, an dem sie in diesem Jahr bestens erkennbar sind. Die meisten von ihnen sind Wiederholungstäter. Wie das „Team Bahn Golf“ um Wettfahrtleiter Moritz Stegmann. Mit einem „harten Kern“ aus Freiwilligen stellt die Truppe des Norddeutschen Regatta Vereins ein Wettfahrtleiter-Team auf verschiedenen Segelregatten in ganz Deutschland – darunter natürlich auch auf der Travemünder Woche. Sie alle sind selbst Segler, das sei „eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Job, denn man braucht Segelverständnis“, erklärt Rebecca Snedker, die seit Jahren dabei ist. „Meine Motivation, die Freizeit auf dem Startschiff zu verbringen, ist, dass ich etwas zurückgeben möchte, da ich als Regattasegler diesen Service selbst in Anspruch nehme“, sagt Stegmann. „Ich rate auch jedem Segler, selbst einmal in einem Wettfahrtleiter-Team  mitzumachen. Man lernt unheimlich viel dabei. Einige bleiben schließlich auch ganz bei der Wettfahrtleitung hängen, anstatt noch zu segeln.“

Auch Ken Stolzenburg hat das aktive Segeln gegen ehrenamtliches Presseboot-Fahren auf Regattaveranstaltungen eingetauscht – sein Weg, mit dem Sport in Verbindung zu bleiben, da seine zeitlichen Ressourcen derzeit nicht erlauben, ihn aktiv auszuüben. „Ich bin am Wasser groß geworden, da gehört Segeln selbstverständlich dazu“, so der Groß- und Außenhandelskaufmann aus Kiel, der nach 20 Jahren seine Rückkehr ins Ehrenamtsteam der Travemünder Woche feiert. Für das Ehrenamt des Motorbootfahrers, das weniger Training erfordert als Regattasegeln, kann sich der selbständige 36-Jährige immerhin an den Wochenenden Zeit freischaufeln.

Roland Zeitz und Regina Trockenbrodt verbinden Urlaub und Ehrenamt auf der TW miteinander: Ihre Motoryacht „Sunway“ stellt das Startschiff auf Bahn Charlie. „Ich fahre mit meiner Crew raus, schmeiße den Anker und dann habe ich quasi Feierabend, bis es am Nachmittag oder Abend nach den Regatten wieder rein geht. Es macht einfach Spaß, und man lernt immer wieder neue Menschen kennen, die mit ihrem Herzblut die Travemünder Woche am Laufen halten“, sagt Roland Zeitz.

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