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Die Jungs aus Australien werden neidisch sein

29.07.2016 20:18

Pim und Lisa van Vugt fuhren zum WM-Titel bei den RS 500. Foto segel-bilder.de

Endlich mal ein Morgen der Travemünder Woche, an dem die Segler pünktlich zu den Wettfahrten auf das Wasser gingen! „Da ist man dann schon ein bisschen entspannter“, sagte Gesamt-Wettfahrtleiter Brian Schweder. Dass er trotzdem über den Tag ein wenig in Atem gehalten wurde, lag an einer aufziehenden Starkwindfront, die aber schließlich die Lübecker Bucht nur streifte. „Letztlich hat es nur etwas geregnet, und wir konnten die Wettfahrtleiter auf den Bahnen beruhigen. Aber wir standen mit unserem Wetterexperten Meeno Schrader ständig in Verbindung und haben auch das Wetterradar beobachtet“, so Schweder. Mit einem guten Programm am Freitag kann er nun gelöst auf das Wochenende blicken, denn die Meisterschaften haben für eine gültige Wertung bereits jetzt genug Wettfahrten. Den Abschluss der Travemünder Woche hatten die fünf RS-Klassen mit ihren Welt- und Europameisterschaften.

RS 100 EM
Der neue Europameister Mark Harrison in der Einmann-Bootsklasse mit Gennaker brachte nur erste und zweite Plätze in die Wertung ein. Damit siegte der Brite souverän vor seinen Landsleuten Greg Booth und Giles Peckham. Der Australier Paul Tadich musste zwar mit Rang vier vorlieb nehmen, war aber dennoch begeistert. „Es war den langen Weg von Australien hierher absolut wert. Die Jungs zu Hause sind sehr neidisch. Wir kommen wieder“, so Tadich.

RS Aero EM
In drei Klassen – eingeteilt nach unterschiedlichen Segelgrößen (5, 7, 9 Quadratmeter) – ging die junge Aero-Klasse zu ihrer ersten Europameisterschaft überhaupt an den Start. Und die Segler aus Osteuropa überraschten in diesem Einmannboot die sonst erfolgsverwöhnten Briten. Mit vier Siegen in neun Wettfahrten bei den Aero 7 zeigte der Russe Dmitry Tretyakov die stärkste Leistung und holte sich EM-Gold vor Kristo Ounap (Estland) und Simonas Jersovas (Litauen). Bester Deutscher war Marcus Walther aus dem hessischen Langen auf Platz zwölf. „Ich bin ehemals Finn und Europe gesegelt und habe zuletzt drei, vier Jahre Pause gemacht. Deshalb bin ich ganz zufrieden, auch wenn ich mit einem Platz unter den Top-10 geliebäugelt habe“, berichtete Walther. Allerdings sei es bei der jungen Klasse auch schwer gewesen, eine Prognose abzugeben. „Mein Problem war, dass ich gegen Jungs segeln musste, die 20 Jahre jünger sind. Das merkt man schon in der Motorik. Aber einmal habe ich immerhin einen fünften Rang eingesegelt“, so der 50-Jährige.
In den kleinen Feldern der Aero 5 und 9 hielten sich die Briten mit dem 15-jährigen Archie Hainsworth (Aero 5) und Richard Watsham (Aero) in den jeweiligen Toppositionen schadlos.

RS 200 Gold Cup
Rein britisch war das Feld der RS 200, und einsam an der Spitze drehten Josh Metcalfe/Mille Alcock ihre Runden. Ein kurzer Dämpfer zur Mitte der Meisterschaft konnte sie nicht bremsen. Mit insgesamt sieben ersten Plätzen über die Serie von zehn Wettfahrten lagen sie klar vor der Konkurrenz mit James Penty/George Stainforth und Oliver Groves/Esther Parkhurst.

RS 400 EM
Heather Chipperfield aus Großbritannien, im vergangenen Jahr Weltmeisterin im RS 500 und Repräsentantin der RS-Klasse bei der Travemünder Woche, war voll des Lobes für das Event: „Travemünde hat unsere Erwartungen erfüllt und übertroffen. Der Wind war tricky, aber das professionelle Race Team hat einen guten Job gemacht.“ Als Siebte war sie mit ihrem Steuermann Kevin Podger dicht dran an der Spitze. „Nur ein Punkt fehlte uns zu Platz fünf“, so Chipperfield. Auf Rang drei waren es indes schon 19 Punkte. Das Trio an der Spitze bildeten Stewart und Sarah Robertson, David Brown/Rebecca Witt sowie Steve Restall/Chris Stubbs. Als Abschiedsgruß aus Travemünde schickte Chipperfield noch hinterher: „Sorry about Brexit.“

RS 500 WM
„Wir sind happy. Es war eine tolle Woche hier. Leider konnten wir nicht alle Rennen fahren, die geplant waren“, sagte Pim van Vugt. „Aber die Wettfahrten, die wir hatten, waren super. Vor allem der letzte Tag“, so der Niederländer. Dass er damit glücklich war, ließ sich an der Ergebnisliste ablesen. Als Verfolger der bis dahin führenden Schweden Martin und Axel Johansson war er mit seiner Schwester Lisa in den finalen Tag gegangen. Als großer Triumphator kehrte er daraus zurück. Mit der Serie 1, 3, 5, 1 verdrängten die Geschwister aus den Niederlanden noch die schwedischen Brüder auf Platz zwei, die keinen durchgängig guten Tag erwischten und zwei mäßige Wettfahrten verkraften mussten. „Eigentlich mögen wir den leichten Wind, aber unser Speed war bei den Bedingungen heute besser als bei den Schweden. Es war ein toller Kampf“, sagte der 21-jährige van Vugt, der mit seiner ein Jahr jüngeren Schwester den ersten WM-Titelgewinn in seiner Segel-Karriere feierte. Im vergangenen Jahr waren die beiden Top-Crews auf den Rängen sechs und sieben gelandet. Die Bronzemedaille sicherten sich die Italiener Federico Maccari/Stefano Costini. Beste Deutsche waren auf Platz 22 Christian Brandt/Thomas Stepan (Hamburg).

Splash Blue WM
Nach dem Ruhetag waren die Splash-Blue-Segler für ihre Rennen in der Finalrunde in eine Gold- und Silberflotte unterteilt worden. Beide Gruppen segelten am Freitag drei Rennen, so dass die Sportler lange auf der Regattabahn waren und am Abend auch noch die Trave Races segelten. Vor den zwei noch ausstehenden Rennen am Sonnabend hat sich der Tscheche Michal Kostyö einen kapitalen Vorsprung erarbeitet. 17 Punkte trennen ihn von dem ersten Verfolger, Sam Peeks aus der Niederlanden, der sich im Kampf um Silber gegen seine Landsfrau Maartje Drontmann behaupten muss.

Splash Red Euro Cup
Auch bei den Splash Red sind die Niederländer in der Verfolgerrolle. Der Schweizer Matthias Meier hat vor dem Abschlusstag Julia Aartsen und Kaj Moorman im Nacken.

Musto Skiff German Open
Der Start in den deutschen Titelkampf mit großer internationaler Beteiligung bei den Musto Skiffs hätte für Frithjof Schwerdt vom Potsdamer YC nicht besser laufen können. Bilanz: vier Rennen, vier Siege. „Ich war selbst überrascht, wie gut es lief. Bei den drehenden Winden hatte ich ein gutes Händchen“, so Schwerdt, der nur im dritten Rennen Andi Lachenschmid dicht am Heck hatte. Der Weltmeister aus Augsburg erwischte dagegen einen schwarzen Tag, blieb einmal in einem Windloch hängen und kassierte zwei Frühstart-Disqualifikationen. Damit liegt er lediglich auf Rang 19. Härteste Verfolger von Schwerdt ist Paul Dijkstra aus den Niederlanden. „Das Feld ist wirklich stark, deutlich stärker als zur Kieler Woche. Außer ein paar Briten sind die besten Europäer dabei“, so Schwerdt.

J/22 German Open
Bei den deutschen Titelkämpfen hat sich das Team von Martin Menzner von der Frühstart-Disqualifikation in der ersten Wettfahrt gut erholt. Mit der anschließenden Serie 2, 2, 1, 1, 4 haben sich die Kieler an die Spitze geschoben – gefolgt von der deutsch-französischen Segelgemeinschaft um Reiner Brockerhoff (Duisburg) und der Lübecker Crew von Svend Hartog. Diese drei Mannschaften werden am Sonnabend die German Open wohl unter sich ausmachen.

Laser Standard/Radial German Masters
Nach der Laser-Jugend sind nun die Laser-Senioren zur ihren Meisterschaften auf der Travemünder Woche gestartet. Unterteilt in verschiedene Altersklassen liegen in den jeweiligen Gesamtwertungen Hannes Hollaender (Wedel) bei den Standards und Jan Lietzmann (Hamburg) bei den Radials an der Spitze.

Formula 18
Die jungen Flensburger Finn Heeg/Merle Baars klopfen nicht nur am Majestätspalast an, sie rütteln sogar ganz kräftig am Thron. Nach vier Rennen bei den Formula 18-Katamaranen fahren sie den Rekord-Travemünder-Woche-Siegern Helge und Christian Sach klar voraus. „Wir hatten einen Super-Lauf heute. Bei den wechselhaften Winden hatte man viele taktische Möglichkeiten. Wir haben es ganz gut erwischt“, sagt Finn Heeg. Der Traum, den Generationswechsel zur Travemünder Woche einzuläuten, könnte Wirklichkeit werden. „Wir treffen eigentlich nur bei Großereignissen auf die Sachs. Und die beiden zu schlagen, wäre schon klasse. Noch ist uns das nie gelungen. Die sind eine echte Hausnummer. Da sitzen rund 100 Jahre Segelerfahrung auf einem Boot.“ Nach den Platzierungen 2, 1, 1, 1 haben sich Heeg/Baars schon sieben Punkte Vorsprung vor den Sachs erarbeitet.

Ergebnisse
RS 100 EM (Endstand nach neun Wettfahrten)
1. Mark Harrison (Großbritannien) 9, 2. Greg Booth (Großbritannien) 14, 3. Giles Peckham (Großbritannien) 16, 4. Paul Tadich (Australien) 25, 5. Gerard Vos (Niederlande) 36, 6. Keith Willis (Großbritannien) 40

RS Aero 5 EM (Endstand nach neun Wettfahrten)
1. Archie Hainsworth (Großbritannien) 11, 2. Andrias Sillaste (Estland) 12, 3. Lucy Greenwood (Großbritannien) 16, 4. Silvia Johanna Haavel (Estland) 22

RS Aero 7 EM (Endstand nach neun Wettfahrten)
1. Dmitry Tretyakov (Russland) 12, 2. Kristo Ounap (Estland) 15, 3. Simonas Jersovas (Litauen) 22, 4. Peter Barton (Großbritannien) 24, 5. Ants Haavel (Estland), 39, 6. Liina Kolk (Estland) 45

RS Aero 9 EM (Endstand nach neun Wettfahrten)
1. Richard Watsham (Großbritannien) 10, 2. Ben Rolfe (Großbritannien) 14, 3. Matt Thursfield (Großbritannien) 17, 4. Tomas Sandström (Schweden) 22, 5. Christer Båth (Schweden) 31, 6. Jim Hood (Großbritannien) 49

RS 200 Gold Cup (Endstad nach elf Wettfahrten)
1. Josh Metcalfe / Mille Alcock (Großbritannien) 10, 2. James Penty / George Stainforth (Großbritannien) 27, 3. Oliver Groves / Esther Parkhurst (Großbritannien) 28, 4. Jack Holden / Amy Yeoman (Großbritannien) 29, 5. Andrew Peters / Jill Peters (Großbritannien) 30, 6. Martin Penty / Thomas Penty (Großbritannien) 39

RS 400 EM (Endstand nach elf Wettfahrten)
1. Stewart Robertson / Sarah Robertson (Großbritannien) 29, 2. David Brown / Rebecca Witt (Großbritannien) 30, 3. Steve Restall / Chris Stubbs (Großbritannien) 30, 4. Jon Heissig / Nicky Griffin (Großbritannien) 43, 5. Howard Farbrother / Dan Brexit Martin (Großbritannien) 48, 6. John Mackenzie / Andy Box (Großbritannien) 49

RS 500 WM (Endstand nach zehn Wettfahrten)
1. Pim Van Vugt / Lisa Van Vugt (Niederlande) 17, 2. Martin Johansson / Axel Johansson (Schweden) 26, 3. Federico Maccari / Stefano Costini (Italien) 27, 4. Peter Curtis / James Curtis (Großbritannien) 28, 5. Francesco Bozano Gandolfi (Italien) 55, 6. Peter Bökmark / Martin Persson (Schweden) 55

Splash Blue WM (Zwischenstand nach neun Wettfahrten)
1. Michal Koštýø (Tschechien) 32, 2. Sam Peeks (Niederlande) 49, 3. Maartje Drontmann (Niederlande) 55, 4. Barte Van Der Zijden (Niederlande) 61, 5. Lucas Graaf (Niederlande) 68, 6. Willem Mulders (Niederlande) 74

Splash Red Euro Cup (Zwischenstand nach zehn Wettfahrten)
1. Matthias Meier (Schweiz) 11, 2. Julia Aartsen (Niederlande) 18, 3. Kaj Moorman (Niederlande) 20, 4. Jan Pokorny (Tschechien) 33, 5. Norbert Van Der Drift (Niederlande) 40, 6. Daniel Kipp (Deutschland) 40

J/22 German Open (Zwischenstand nach sechs Wettfrahrten)
1. Martin Menzner (Stein) 10, 2. Reiner Brockerhoff (Duisburg) 13, 3. Svend Hartog (Lübeck) 14, 4. Frank Lammerskitten (Flensburg) 21, 5. Maik Westfehling (Lübeck) 26, 6. Lutz Thiel (Hamburg) 27

Musto Performance Skiff German Open (Zwischenstand nach vier Wettfahrten)
1. Frithjof Schwerdt (Potsdam) 4, 2. Paul Dijkstra (Niederlande) 14, 3. David Rickard (Großbritannien) 22, 4. Justo Martínez (Spanien) 24, 5. Alexander Greil (Schweiz) 28, 6. Marius Knippscheer (Essen) 35

Laser Standard German Masters (Zwischenstand nach drei Wettfahrten)
1. Hannes Hollaender (Wedel) 7, 2. Christian Gunni (Dänemark) 10, 3. Matthias Garzmann (Hannover) 11, 4. Roger Schulz (Uerdingen) 17, 5. Thomas Endom Krefeld) 18, 6. Ralf Marten (Großhansdorf) 18

Laser Radial German Masters (Zwischenstand nach drei Wettfahrten)
1. Jan Lietzmann (Hamburg) 7, 2. Kim Tan (Niederlande) 11, 3. Max Hunt (Großbritannien) 16, 4. Thomas Büttner (Potsdam) 16, 5. Thomas Leukel (Kaarst) 18, 6. Micael Lundgren (Schweden) 19

Formula 18 (Zwischenstand nach vier Wettfahrten)
1. Finn Heeg / Merle Baars (Deutschland) 5, 2. Helge Sach / Christian Sach (Zarnekau) 12, 3. Sven Lindstädt / Jesse Lindstädt (Norderstedt) 16, 4. Magnus Dahl / Jesper Vogelius (Dänemark) 17, 5. Andreas Behem / Katharina Speckman (Hamburg) 25, 6. Martin Friedrichsen / Malte Nickels (Flensburg) 32

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